Im Laufe der 60er Jahre wurde die Soulmusik zu einer eigenen schwarzen Popmusik. Bereits in den Fünfzigern konnte man die Entwicklung des Soul beobachten und diese wurde vor allem durch Künstler wie James Brown, Sam Cooke, und Ray Charles geprägt, besonders der Song “What’d I say” von Ray Charles gilt als wesentlicher Auslöser. Viele Soul- und Gospel-typische Elemente fand man auch schon in schwarzen Gesangsgruppen und auch bei einigen Jazzsängerinnen, wie Ella Fitzgerald oder Dinah Washington. Diese Veränderungen in der schwarzen Unterhaltungsmusik wurden auch von einer weiteren Richtung beeinflusst, die vom avantgardistischen Jazz herkam. Diese zeigte das allgemeine Bedürfnis nach Veränderung. Ein weiteres Signal war auch die Entwicklung hin zum Hard Bop, die durch eine Gruppe hochgradiger Musiker beeinflusst wurde, die die Entwicklung des Bebop zum Cool Jazz nicht mitmachen wollten und sich dafür dem Rhythm’n’Blues annäherten. Diese Musiker kombinierten den Funk-Rhythmus mit dem akzentuierten und rhythmusbetonten Bläserstil und prägten so einen neuen, als Hard Bop bezeichneten Jazz-Stil. Der Soul wurde dann ausgelöst von vielen übergreifenden stilistischen Gemeinsamkeiten. Besonders zu erwähnen im ZUge dieser Entwicklung ist das Label Atlantic Records in New York, dass Mit LaVern Baker, Ruth Brown, Clyde McPhatter und Ray Charles bereits Ende der Fünfziger wegbereitende Künstler unter Vertrag. Weitere Atlantic-Acts waren der aus Philadelphia stammende Solomon Burke sowie Dionne Warwick und Bobby Darin. Auch in den Städten Memphis und Detroit wurde die Soul-Ära massgeblich geprägt. Das in Memphis ansässige Label Stax spezialisierte sich dabei auf einen recht einfach gehaltenen, ursprünglichen Soul. Die Firma Motown Records in Detroit legte von Anfang an Wert auf kommerziellen Erfolg im Pop-Mainstream und wurde bekannt fpr Hits, die eine starken Ohrwurm-Charakter hatten. Andere Künstler, wie James Brown, lassen sich keinem bestimmten Label zuordnen und erarbeiteten sich eine eigene Ruf. Und auch andere Städte machten sich einen Namen im Soul-Business, bekanntes Beispiel dafür ist Chicago. Die Soul-Ära fand ein Ende im Jahre 1968, da hier, ausgelöst durch das Attentat auf Martin Luther King im April 1968, die Faszination für die Soulmusik nachließ. Viele Firmen meldeten Konkurs an und das Selbstverständnis zahlreicher Sänger und Künstler änderte sich nicht zuletzt durch die Einflüsse der Hippie- und 68er-Bewegung. Maßgeblich wurde dies durch das Woodstock-Festival beeinflusst.
17
Jan 12
Die Sechziger als Jahrzehnt des Souls
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