17
Jan 12

Entwicklung der Soulmusik in späteren Jahrzehnten

Kategorie: Black Musik |

In den folgenden Jahrzehnten etablierte sich der Begriff “Soul” als Synonym für schwarze Popmusik. Auch in vielen Produktionen im Bereich der Rock- und Funkmusik nahm die Soulmusik einen bedeutenden Einfluss und so entstanden prägende Hits wie der Song “Papa Was A Rolling Stones” von den Temptations, die damit ein Paradestück lieferten, im Bereich akzentuierter Einsatz von Bläser-Sektionen. Die Soulmusik wurde durch Bewusstseinsänderung der Menschen Ende der 60er immer sozialkritischer und Lieder wie Edwin Starrs Antikriegssong “War” wurden immer erfolgreicher. Prägend für die Soulentwicklung in den Siebzigern waren Künstler wie Steve Wonder und Marvin Gaye, die es schafften, genreübergreifenden Erfolg zu erzielen. 1972 gründete der Black Muslim Kenny Gamble und sein Partner Leon Huf das Label Philadelphia International Records und schuf damit eine weitere Mainstream-orientierte tanzbare Soul-Variante. Dieser Stil wurde als Phily Sound bekannt und Ende der Siebziger gelang auch den Künstlern dieses Labels (wie Gloria Gaynor) der Brückenschlag zur Disko-Welle. 
Anfang der 80er stand die klassische Soulmusik in einer Krise, da sich durch die Erfolge des Hip-Hop im schwarzen Amerika zwei Interessengruppen gebildet hatten. Neue Labels in neuen Städten wie New York und Los Angeles sorgten für Neuerungen in der Soulwelt und führten dazu, dass die alten Zentren nahezu bedeutungslos wurden. Haupttrend wurde der Crossover in Richtung Pop und Begriffe wie Neo Soul oder Urban Soul etablierten sich. Die Entwicklungen im neuen Jahrtausend führten zu einer Dezentralisierung und Internationalisierung der Soulmusik. Soul gilt zwar nach wie vor noch als eine “schwarze” Musikrichtung, aber viele nichtschwarze Künstler und Interpreten haben den Soul mittlerweile für sich entdeckt.



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