Zwar hat offiziell keine der Küsten gesiegt, in den folgenden Jahren aber wurde über den Weg des Plattenmarktes deutlich, dass es weder der politische conscious rap noch die intellektuelle Schule der Native Tongues Posse aus dem Osten war, die sich durchgesetzt hatten. Der Hip-Hop-Markt der Gegenwart wird dominiert von den Gangstarappern der Westcoast, ihren Zöglingen und Nachfolgern. Seit der Jahrtausendwende jedoch ist die Dominanz der Westcoastrapper stark zurückgegangen und die Eastcoast beziehungsweise seit etwa zwei Jahren auch der Down South haben der Westküste den Rang abgelaufen.
In den letzten Jahren hat aber vor allem eine Szene auf sich aufmerksam gemacht, nämlich die in Detroit. Größtenteils ist dies ihrem berühmtesten Vertreter Eminem geschuldet, der über seinen Ruhm die Karrieren anderer Künstler wie D12, G Unit,Obie Trice, Stat. Quo oder 50 Cent wesentlich initiierte. Allerdings ist Eminem selbst eine Entdeckung Dr. Dres, der mit Aftermath Records inzwischen auch eine Filiale in New York betreibt.
Seit Anfang der 90er Jahre hat sich Hip-Hop auch international verbreitet. Dabei haben sich typische Stile der einzelnen Länder herauskristallisiert, insgesamt aber bleiben die Interpreten aus den USA tonangebend. In Europa fiel Hip-Hop bereits in den 80er Jahren in den französischen Banlieues von Paris und Marseille auf fruchtbaren Boden. Internationales Renommée erwarben sich Anfang und Mitte der 90er Jahre vor allem MC Solaar und IAM.
In Deutschland gibt es ebenfalls eine lange Tradition des Hip-Hop. Der deutsche Rapper Torch wurde von dem inoffiziellen Vater des Hip-Hop, Afrika Bambaataa, 1985 zum ersten „Zulu-Nation-Chapter“ Deutschlands ernannt. Seit den 90er Jahren ist deutscher Hip-Hop auch kommerziell erfolgreich.
Auch in anderen Ländern existieren zwar Hip-Hop-Szenen (z. B. chinesischer, belgischer, oder bosnischer Hip-Hop), meist sind sie aber musikalisch epigonal (nachahmend). Erwähnenswert ist noch der Britische Hip-Hop, der die eigene Spielart des Britcore hervorbrachte, sowie der brasilianische Hip-Hop, der ebenfalls einen eigenen Unterstil, den von der Bass Music beeinflussten Rio Funk, hervorbrachte. Auch in Afrika hat sich mittlerweile eine vielfältige Szene entwickelt, die oft amerikanischen Vorbildern nachstrebt, aber auch eigenständige Spielarten des Hip-Hop hervorbringt.
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